„Der Ballsaal auf der dunklen Seite des Mondes“: Rezension online

Michael Siefener - DER BALLSAAL AUF DER DUNKLEN SEITE DES MONDESWo bist du? Ich, männlich, 33, suche dich schon so lange. Ich bin schüchtern und draufgängerisch, romantisch und sachlich, sehnsüchtig und resigniert, gebildet und kann staunen wie ein Kind. Ich will deine Seele trinken und mit dir auf der dunklen Seite des Mondes tanzen. Bitte schreibe mir.
HN 4309 ZGK 50590 Köln.

Köln, 2001.
Kontaktanzeigen sollen Menschen zueinanderführen und versprechen den Traum vom Glück zu zweit. Dies wünscht sich auch die junge Anna Tiedemann, als sie auf diese Kontaktanzeige antwortet.
Ein leidenschaftlicher Briefwechsel beginnt. Bodo Sierck, ihr Verehrer, reagiert aber wütend, als sie ihm ein Foto von sich beilegt. Einerseits von seinem Handeln irritiert und abgestoßen, andererseits von seinen poetischen Zeilen angezogen, verliebt sie sich in ihn.
Was aber ist das für ein Mann, der auch sie zu lieben scheint, jedoch den direkten Kontakt scheut und sie offenbar dennoch heimlich zu beobachten beginnt?
Tiefer und tiefer verstrickt sich Anna Tiedemann in eine Abhängigkeit, die ihr zunehmend körperliches und seelisches Leid zufügt …

 

Der neue Roman von Michael Siefener heißt „Der Ballsaal auf der dunklen Seite des Mondes“, von Timo Kümmel stammt das Titelbild. Der Roman ist als Hardcover und Paperback lieferbar, das eBook gibt’s bei Amazon und beam-eBooks.

 

Bei Phantastik-News.de ist eine erste Rezension zu dem Roman online gegangen. Irene Salzmann meint: „(…)„Der Ballsaal auf der dunklen Seite des Mondes“ ist kein fantastischer Roman, eigentlich auch kein richtiger Thriller, sondern ein Drama, das eine Atmosphäre voller Thrill und Horror aufbaut. Michael Siefener erzählt die bedrückende Geschichte von Anna Tiedemann, die durch eine banale und doch verführerisch klingende Kontaktanzeige aus ihrem Alltag gerissen wird und zunehmend ihrem Briefkontakt Bodo Sierck verfällt.

Obwohl Anna hin und wieder aufzuwachen scheint, kommt sie von ihrem mysteriösen Verehrer einfach nicht los. Ihre Liebe zu ihm nimmt immer manischere Züge an. Auch Elke, die sich von Alexander getrennt und wieder Zeit für die langjährige Freundschaft hat, kann die Spirale ins Verderben nicht durchbrechen. Als Anna endlich doch noch Bodos Adresse herausfindet und ihn mit ihrer Identität konfrontiert, erlebt sie eine böse Überraschung, denn nichts ist so, wie es schien, und damit ist das Ganze noch nicht einmal vorbei.

Die Inszenierung ist dem Autor hervorragend gelungen, und man darf die Tragödie durchaus einen Pageturner nennen. Alles beginnt ganz harmlos, aber man begreift schnell, dass die Bekanntschaft Anna nichts Gutes bringt, und dass, je länger sie von Bodo träumt, es immer weniger wahrscheinlich ist, dass sie von ihm loskommt. Langsam und unaufhaltsam eskaliert die Situation.

Was weniger überzeugt, ist die Freundschaft von Anna und Elke. Eine ‚Freundin‘, die sich so herablassend wie Elke benimmt, wird nicht lange eine Freundin bleiben. Vielleicht liegt es daran, dass sich ein Autor oft weniger gut in die Rolle einer Frau versetzen und eine Frauenfreundschaft beschreiben kann als eine Autorin, die quasi aus dem Nähkästchen plaudert. Doch das Verhältnis der beiden lässt einen immer wieder schlucken, und auch als Elke letztendlich Anna zu helfen versucht, wirkt es recht oberflächlich und aufgesetzt. Das ist aber auch schon das einzige Manko des ansonsten packenden Romans.

Eine realistische und darum umso schaurigere Lektüre, die man erst aus der Hand legt, nachdem man die letzte Seite gelesen hat.“

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