„Verlorene Paradiese“: Rezension online

Verlorene ParadieseDie ganze Welt in einer Seifenblase.
Ein Generationenraumschiff ist auf seinem Weg ins Unbekannte. Die Hoffnung der Menschheit ruht auf den Schultern der Reisenden. Doch der Weg durchs Weltall steckt voller Gefahren und Überraschungen – innerhalb wie außerhalb der Schiffshülle.

Ursula K. Le Guin zeigt sich in ihrem Spätwerk als gewohnt souveräne Erzählerin und großartige Stilistin. Ein Meisterwerk voller Dramatik und Schönheit – ein Buch zum Träumen von der Zukunft.

Die amerikanische Schriftstellerin Ursula K. Le Guin, geboren 1929, schrieb mehr als vierzig Bücher, darunter die inzwischen als Klassiker der Science Fiction geltenden Romane „Winterplanet“ (auch als „Die linke Hand der Dunkelheit“) und „Planet der Habenichtse“ (auch als „Die Enteigneten“). Ihre Erzählungen aus dem „Erdsee“-Zyklus zählen zu den beliebtesten Titeln der modernen High Fantasy.

Bei Buchwurm.info ist eine Rezension online gegangen. Tobis Schäfer schreibt: „(…) Das Ergebnis ist ein Fest für den Leser, es veranschaulicht aus wenigen signifikanten Blickwinkeln das Leben, Streben, die Veränderungen und die Sozialität auf einem vorstellbaren Generationenraumschiff, zeigt, dass auch bei bestmöglicher Vorbereitung das Leben Wege findet, die kein Planer vorhersehen kann. Dabei sind es vorerst beinahe Alltäglichkeiten, mit denen Le Guin die Entwicklung skizziert. In ihrem meisterhaften Blick auf die Persönlichkeit gelingt ihr eine intensive Charakterisierung bei völligem Verzicht auf aggressiv treibende Handlungselemente; Konflikte entstehen aus der Situation und der Neugier der Reisenden, aus dem Wesen der Menschen und ihrem ewigen Sehnen nach Bedeutung. Was sich erst zum Ende hin zuzuspitzen scheint und in einem tätlichen Konflikt zu kumulieren hätte, handelt Le Guin in kurzen, zur Nebensächlichkeit degradierten Szenen ab; ihr Augenmerk gilt weiterhin dem Wesen dieses zerbrechlichen Gefüges.

Wer also ein actiongeladenes Weltraumabenteuer sucht, wird hier nicht fündig. Wer einfach nur gut unterhalten werden will, greift ebenso bedenkenlos zu wie jene, die sich mehr erhoffen, die der Autorin folgen wollen in die beeindruckende Einfachheit und Komplexität sozialer Gefüge und in eine heute seltene Utopie. Diese Geschichte ist jeden Cent ihres nicht ganz niedrigen Preises wert; eine absolute Empfehlung! Man kann sich nur wünschen, dass Beispiele wie dieses, erbracht durch den kleinen Genreverlag Atlantis, weiteren Übersetzungen aus dem Werk der Autorin den Weg ebnen. Hier wartet noch ein weites Feld auf seine Entdeckung.“

Bei „Verlorene Paradiese“ (Originaltitel: „Paradises Lost“) von Ursula K. Le Guin handelt sich um eine deutsche Erstveröffentlichung. Horst Illmer hat den Roman übersetzt, das Titelbild stammt von Maran Alsdorf. Ein Vorwort der Autorin und ein Nachwort des Übersetzers runden den Titel ab. Der Roman ist als Hardcover und als Paperback lieferbar, ferner als eBook aktuell bei Amazon und beam-eBooks.

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