Preview am Sonntag (47)

Stefan Burban DGI 2 FrontImmer sonntags stellen wir einen Auszug aus einem Roman online, der noch nicht erschienen ist. Wir weisen darauf hin, dass die Auszüge aus Manuskripten stammen, die unter Umständen noch nicht im Lektorat und auch noch nicht vorbestellbar sind.

Im Sommer setzen wir die Reihe „Das gefallene Imperium“ von Stefan Burban fort mit „Die Schlacht um Vector Prime“. Das Titelbild stammt auch diesmal von Allan J. Stark. Das Hardcover und das Paperback sind vorbestellbar, parallel erscheint eine eBook-Ausgabe.

Nach der verheerenden Drizil-Invasion auf Perseus, sind die 18. Legion und ihre Verbündeten noch dabei, ihre Toten zu zählen und ihre Heimatwelt wieder aufzubauen.  Doch unvermittelt erreicht sie ein Hilferuf von der belagerten Koloniewelt Vector Prime. Die dort stationierten imperialen Truppen leisten den Invasoren immer noch erbitterten Widerstand. Sie verlieren jedoch fast täglich an Boden gegen einen zahlenmäßig überlegenen Feind, der keine Skrupel hat, die Menschen notfalls auszumerzen. Die 18. Legion beantwortet den Ruf und entschließt sich, in den Kampf einzugreifen. Doch als die Entsatztruppen auf Vector Prime eintreffen, erwartet sie dort die Hölle …

Die letzte Bastion“Die letzte Bastion” hieß der Auftaktband zu dieser Military-SF-Reihe „Das gefallene Imperium“, der Ende 2013 erschien. Das eBook ist bei Amazon und beam-eBooks erhältlich, das Hardcover beim Verlag und das Paperback überall im Handel. Das Cover stammte von Allan J. Stark.

Die Terranisch-Imperiale Liga führt seit Jahren Krieg gegen die Drizil. Als die Drizil schließlich eine erfolgreiche Invasion des Solsystems durchführen und ihnen nach erbittertem Kampf sogar die Erde in die Hände fällt, scheint alle Hoffnung verloren. Vielerorts bricht der organisierte Widerstand zusammen. Lediglich einige wenige, isoliert liegende, menschliche Kolonien entgehen dem Zugriff des Feindes. Eine dieser letzten freien Enklaven der Menschheit ist der abgelegene Planet Perseus – die Heimatbasis der 18. Legion …

Heute online gegangen ist der Anfang des Prologs aus „Die Schlacht um Vector Prime“.

 

 

„Deckung!“

Lieutenant Daniel Red Cloud warf sich flach auf den Boden, als in schneller Folge Drizil-Jäger der Typen Blutstachel und Flüsterwind im Tiefflug vorüber schossen.

Die Drizil feuerten auf alles, was sich bewegte. Legionäre und Milizionäre der Koloniewelt Vector Prime stoben auseinander. Auf den ersten Blick mochte es wie eine Herde aufgescheuchter Hühner wirken, doch bei näherem Hinsehen wurde die Disziplin der Soldaten deutlich. Trotz der beständigen Todesgefahr, in der sie schwebten, handelten sie in höchstem Maße überlegt. Daniel hatte nichts anderes erwartet. Immerhin hatten sie eine hervorragende Ausbildung genossen. Die Männer und Frauen wussten mit einem Minimum an Anweisungen, was zu tun war.

Sie suchten Schutz in jeder Mulde, jedem Bombentrichter und hinter jedem Felsen, der sich ihnen anbot, sodass die meisten Bomben und Geschosse der Drizil harmlos Dreck aufschleuderten oder Bäume entwurzelten. Doch Daniel sah auch Kameraden fallen.

Die Geschosse durchschlugen mühelos die Rüstungen der Legionäre und er hörte ihre Todesschreie über Funk. Ein schwer gepanzerter Legionär, der noch immer seinen A6-Nadelwerfer fest umklammert hielt, fiel keine drei Meter von ihm entfernt. Daniel vernahm das Knistern, als dessen Kampfanzug schmolz. Er gehörte zu den Glücklicheren, denn er war bereits tot. Andere hatte nicht so viel Schwein und schrien sich ihre Lungen heraus, als die säureartigen Geschosse des Gegners, sich durch Panzer und Fleisch gleichermaßen fraßen.

Vereinzeltes Feuer folgte den Drizil-Jägern, als sie zu einem neuen Angriff wendeten. Tragbare doppelläufige Laserkanonen – eine verkleinerte Version der Geschütze, die in Raumschiffen zum Einsatz kamen – wurden von Legionären hastig aufgebaut und überschütteten die feindlichen Jäger mit Abwehrfeuer. Die Jäger waren zu schnell als dass gezielter Beschuss möglich gewesen wäre. Die Kanoniere überschütteten einfach die wahrscheinlichsten Anflugvektoren mit Laserimpulsen, in der Hoffnung, irgendetwas zu treffen.

Zwei Blutstachel-Jäger gerieten ins Kreuzfeuer. Einer wurde noch in der Luft in Stücke gerissen, der andere zog nach wenigen Treffern eine Rauchspur hinter sich her. Der Pilot versuchte noch, die Maschine wieder unter Kontrolle zu bringen, doch vergebens.

Der Jäger verschwand hinter der nächsten Baumgruppe außer Sicht und Daniel hörte nur den Aufschlag und eine sich ausbreitende Explosionswolke über den Baumwipfeln.

„Mother an Dolchstoß eins, Mother an Dolchstoß eins.“

Daniel öffnete sofort eine Verbindung. „Hier Dolchstoß eins. Ich höre Sie, Sir.“

Lord General Alexander Great Bears tiefer Bariton war über den Gefechtslärm kaum zu verstehen.

„Bericht!“, verlangte die unnachgiebige Stimme seines Kommandanten.

„Wir haben ziemlich viel Staub aufgewirbelt. Ich würde sagen, uns gilt ihre ganze Aufmerksamkeit.“

„Das ist noch nicht genug, Lieutenant. Der ganze Plan hängt davon ab, dass die Drizil glauben, es wäre eine Großoffensive im Gange.“

Der Boden vibrierte plötzlich unter Daniels Körper. Kleine Kiesel hüpften in unregelmäßigen Abständen auf und ab.

Oh oh.

„General? Ich glaube, jetzt haben wir wirklich ihre ganze Aufmerksamkeit. Sie kommen.“

Noch während er das sagte, brachen mehrere Baumstämme am Waldrand entzwei und drei klobige Gebilde schoben sich in Daniels Blickfeld.

Heute ist wirklich nicht mein Tag.

„Dolchstoß eins an alle Feuertrupps, Dolchstoß eins an alle Feuertrupps. Der Gegner setzt seine Schocktruppen ein. Falls mich von meiner Zenturie noch jemand hört: Zwei Klicks zum Stadtrand zurückfallen lassen. Der Gegner muss uns unbedingt verfolgen.“

Es antwortete niemand. Nicht einmal Jonas und Simon. Wenn er es recht bedachte, hatte er sie seit Beginn des Angriffs nicht mehr gesehen.

Die drei Gebilde, die sich aus dem Wald schoben, besaßen entfernte Ähnlichkeit mit Königskrabben. An der höchsten Stelle waren sie knapp vier Meter hoch. Sie bewegten sich auf sechs Beinen vorwärts und statt Scheren verfügten sie zu jeder Seite des Cockpits über eine schwere Energiewaffe, die eine Art Ball aus superheißem Plasma abfeuern konnten. Das waren schwere Drizil-Waffen, die einen Legionär bei direkter Berührung in seinem Kampfanzug braten würde. Das Cockpit selbst war eigentlich nur eine durchsichtige Blase aus einem Material, das Glas nicht unähnlich war, nur um ein Vielfaches widerstandfähiger.

Die Besatzung dieser Fahrzeuge bestand aus acht Drizil.

Die Drizil setzten diese Art Kampffahrzeuge seit knapp einem halben Jahr sehr erfolgreich ein. Wobei das Wort Kampffahrzeug in diesem speziellen Fall nicht ganz zutreffend war.

Sie waren nicht unbesiegbar. Daniel selbst hatte bei der Zerstörung von nicht weniger als acht dieser Dinger geholfen. Doch die Opferzahl, die ein solcher Erfolg forderte, war hoch.

Etwas war an diesen Maschinen jedoch überaus faszinierend. Es handelte sich nicht um Maschinen im eigentlichen Sinn. Daniel gab zu, dass er nicht alles der zugrundeliegenden Thematik verstand, doch es schien sich um Lebewesen zu handeln. Lebewesen, die gezüchtet oder gezähmt und dann abgerichtet wurden, um den Drizil als Kampffahrzeuge zu dienen. Das runde durchsichtige Cockpit saß direkt auf dem Kopf des Wesens, um so die Befehl direkt per Neuroverbindung ins Gehirn zu übertragen. Vermutlich stammten diese Tiere von einer der Heimatwelten der Drizil.

Die Soldaten von Vector Prime nannten diese Maschinen passenderweise Panzerschleicher, weil sie sich so langsam bewegten. Doch sie brachten auch immer Tod und Zerstörung.

Die Verteidiger von Vector Prime hatten inzwischen Taktiken entwickelt, sich gegen einen Angriff der Panzerschleicher zur Wehr zu setzen. Außerdem war man ständig dabei, aus den verfügbaren Ressourcen neue Technologien zu entwickeln.

Die Menschen des Planeten waren mittlerweile sehr gut darin, alles zu recyclen, was man benötigte. Sie hatten auch keine andere Wahl. Entweder man wurde beim Kampf gegen einen Feind wie die Drizil sehr, sehr gut oder man war schon bald tot.

Die führende Maschine feuerte eine Salve ihrer Geschosse ab. Sie schlugen unter den sich zurückziehenden Milizionären ein. Einige wurden augenblicklich zu Asche verbrannt. Ihre Kampfanzüge boten bei Weitem nicht so viel Schutz wie die Anzüge der Legionäre.

Die Truppen zogen sich eilig in die Straßen des nahen Cibola zurück. Die Panzerschleicher rückten näher. Sie nahmen jetzt den Stadtrand unter Beschuss. Daniel wagte es nicht einmal zu atmen, geschweige denn sich zu bewegen.

Zu beiden Seiten der drei Drizil-Kreaturen rückte jetzt feindliche Infanterie vor. Für die Fledermausköpfe musste es so wirken, als würde sich der Angriff der Menschen in eine kopflose Flucht verwandeln.

Daniel wartete so lange er es verantworten konnte, und dann …

***

„Jetzt!“, schrie er in sein Komm.

Zweitausend Legionäre und fast das Doppelte an Milizionären stürmten bis an die Zähne bewaffnet aus ihren Verstecken. Sie schlugen Abdeckungen beiseite, die sie über ihre Unterstände gelegt hatten und die sie vor den Wärmesensoren der Drizil abgeschirmt hatten.

Mit dem Hass eines Volkes, das jeden Tag ums Überleben kämpfte, stürzten sie sich auf die völlig überraschten Drizil.

An der linken Flanke gingen mehrere Legionäre auf dem Dach eines Gebäudes in Stellung. Zwei von ihnen hoben mit Hilfe der anderen unhandliche, lange Geschützrohre auf die Schultern.

Die Raketenwerfer feuerten hoch explosive, panzerbrechende Geschosse ab. Daniel verfolgte ihre Flugbahn mit den Augen. Sie bohrten sich in zwei der Vorderbeine des führenden Panzerschleichers. Das Monster neigte sich erst bedenklich zur Seite, bevor es sich aufbäumte und mit seinen zwei Vorderbeinen wild um sich schlug. Selbst auf diese Entfernung konnte Daniel erkennen, dass die Besatzung heftig gestikulierend versuchte, das Tier wieder unter Kontrolle zu bringen.
Die eigentlich grüne Haut des Tieres begann zu fluktuieren. Die wenigen noch lebenden Wissenschaftler Vector Primes vermuteten, dass es sich dabei um eine Art Gefühlsaufwallung handelte. Das Tier war aufgeregt. Sobald die Haut zu fluktuieren begann, waren sie auf dem richtigen Weg.

„Weiter! Noch eine Salve!“

Weitere Raketenwerfer feuerten und schlugen in Flanke und Cockpit des Wesens ein. Die durchsichtige Blase bekam einen deutlichen Sprung und mindestens einer der Drizil wurde von einem Splitter am Kopf getroffen. Er fiel um und Daniel konnte  ihn nicht mehr sehen.

Der zweite Panzerschleicher kam seinem bedrängten Artgenossen zu Hilfe. Er feuerte eine Salve seiner Geschosse ab und ebnete damit drei Gebäude am Stadtrand ein. Unter anderem auch das, auf dem sich die Raketentrupps der Legion befunden hatten.

Daniel hoffte, dass wenigstens einige überlebt hatten.

Die Infanterie von Legion und Miliz hatten den Drizil-Truppen inzwischen hohe Verluste zugefügt und sie zum Rückzug gezwungen. Der führende Panzerschleicher lag halb auf der Seite. Aus seiner Seite sickerte schwarze Flüssigkeit, bei der es sich nur um Blut handeln konnte.

Spezialisten der Miliz brachten an den verbliebenen Beinen Sprengsätze an. Die beiden anderen Kreaturen feuerten nicht, aus Angst ihrem Artgenossen Schaden zuzufügen. Das war eine wichtige Schwachstelle, die die 24. Legion erst nach hohen Opfern herausgefunden hatte. Offenbar waren diese Wesen nicht in der Lage, sich gegenseitig Schaden zuzufügen. Selbst dann nicht, wenn ihr eigenes Überleben davon abhing oder die Drizil versuchten, sie dazu zu zwingen. Das Geheimnis war also, so dicht wie möglich an den Feind heranzugehen, um ihn unschädlich machen zu können. Das war leichter gesagt als getan. Ein Soldat, der es schaffte, an einem Panzerschleicher eine Sprengladung anzubringen, musste vorher über die Leichen seiner Kameraden klettern.

Die Sprengmeister der Miliz zogen sich nach getaner Arbeit wieder zurück und die Ladungen wurden gezündet. Die Beine der Kreatur wurden direkt oberhalb der Gelenke abgetrennt und der Kopf krachte hilflos zu Boden. Er bewegte sich noch schwach. Das Tier war noch am Leben. Legionäre schwärmten über das Cockpit aus und brachten auch dort Sprengladungen an. Die Drizil im Inneren konnten nur hilflos zusehen und sich auf den Tod vorbereiten.

Die beiden anderen Panzerschleicher gerieten beim Anblick ihres zum Tode verurteilten Artgenossen in Panik und zogen sich in den Wald zurück, so schnell ihre dürren Beine sie trugen. Erfahrungsgemäß würden die Drizil eine Weile brauchen, um sie wieder in den Griff zu bekommen. Die Kontrolle der Drizil über diese Tiere hatte ihre Grenzen.

Mit einem lauten Knall knackten die Legionäre das Cockpit der gefallenen Kreatur. Kein Drizil im Inneren überlebte.

„Mother an Dolchstoß eins. Ich erwarte einen Lagebericht.“

Lord General Alexander Great Bear klang sehr ungeduldig.

Daniel stand auf und öffnete eine Verbindung. „Ein Panzerschleicher erledigt, zwei in die Flucht geschlagen. Verluste kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht beziffern. Die müssen wir noch sichten. Wie ist die Gesamtlage?“

Bedrückte Stille folgte, bevor sich der General erneut zu Wort meldete.

„Es reicht noch nicht. Sie müssen die Drizil noch mehr reizen. Die Drizil müssen Sie als ernste Bedrohung wahrnehmen, sonst gruppieren sie ihre Schiffe nicht so um, wie wir das wollen. Haben Sie verstanden?“

Daniel fluchte wortlos, antwortete dann jedoch. „Verstanden. Wir rücken weiter vor.“

Der Plan, den Alexander Great Bear ausgetüftelt hatte, war recht simpel, in der Umsetzung jedoch erschreckend schwierig.

Vector Prime würde nicht mehr lange durchhalten. Alles, was sie taten, diente nur dem Zweck, die endgültige Niederlage hinauszuzögern. Sie brauchten Hilfe. Dringend.

Und das bedeutete, sie mussten ein Schiff aus dem Vector-Prime-System hinausbekommen. Die Flotte im System war nicht stark genug, die Blockade selbständig zu durchbrechen.

Also mussten die Drizil am Boden so weit gereizt werden, dass sie einen Orbitalschlag anforderten. Hierzu mussten die Drizil die Anordnung ihrer Schiffe umgruppieren und somit einem Ausbruchsversuch eine Chance bieten.

Der Standort ihrer Bodenoffensive war nicht willkürlich gewählt. Irgendetwas in dieser Gegend war den Drizil ungewöhnlich wichtig. Sie versteckten hier etwas. Der Angriff verfolgte nicht nur den Zweck, die Drizil zu reizen. General Great Bear wollte auch wissen, was den Drizil so ungemein wichtig war.

Feuertrupp Dolchstoß der Kampf-Kohorte Tomahawk hatte den Auftrag erhalten, dies herauszufinden. Auch wenn Feuertrupp Dolchstoß im Augenblick nur aus ihm selbst bestand.

Wo zum Teufel sind nur Jonas und Simon?

Daniel bewegte sich durch den Morast, zu dem der Boden nach tagelangem Regen geworden war. Seine Beine sanken bis zu den Waden ein und ließen sich nur mit schmatzenden Geräuschen befreien. Ein schneller Rundumblick bestätigte ihm, dass es den Soldaten in seiner unmittelbaren Umgebung nicht anders erging. Sie fanden sich zu Grüppchen zusammen, um sich beim Marsch aus dem Morast gegenseitig zu unterstützen.

Einen derben Fluch auf den Lippen, arbeitete er sich Richtung Waldrand vor. Je näher er der Baumgrenze kam, desto leichter fiel ihm die Fortbewegung. Die Kämpfe verlagerten sich immer weiter nach Norden in und hinter den Wald. Wie bei Gefechten nicht ungewöhnlich, entwickelte dieses eine Art Eigendynamik.

Daniel rief auf das HUD seines Helms eine taktische Darstellung der aktuellen Lage auf.

Er fluchte erneut.

Die Kämpfe verlagerten sich tatsächlich nach Norden, wobei die Tendenz eindeutig nordwestlich lag.

Das war noch nicht alles. Die meisten höheren Offiziere – soweit sie noch lebten – befanden sich in unmittelbarer Nähe der Hauptkämpfe. Was bedeutete, dass er im Moment hier und jetzt die Führung innehatte. Die gute Nachricht war allerdings, dass die imperialen Truppen den Drizil ordentlich zusetzten und diese trotz Luftunterstützung auf dem Rückzug waren.

„Hier Dolchstoß eins an alle Soldaten in einem Umkreis von einem Klick. Bei meiner Position sammeln. Wir rücken in das Kampfgebiet vor.“

Es folgte eine Reihe von Bestätigungen, denen Daniel nur mit einem Ohr lauschte. Seine Aufmerksamkeit galt der allgemeinen Lage. Wenn sie sich nicht sehr beeilten, würde die Schlacht ohne sie weitergehen. Er suchte auf seinem HUD nach den Symbolen, die Jonas und Simon symbolisierten, fand sie jedoch nicht. Das war besorgniserregend. Es gab nur wenige Gründe, weshalb die Symbole seiner Freunde nicht auftauchten. Einer war, dass sie nicht mehr lebten.
Innerhalb von dreißig Minuten sammelte Daniel mehr als hundert Legionäre und fast ebenso viele Milizionäre um sich und rückte in den Wald vor.

Die Spuren der Kämpfe, die sie versuchten einzuholen, waren unübersehbar. Sie passierten die Überreste eines zweiten Panzerschleichers. Ihr Panzer und die durchsichtige Blase, die das Cockpit darstellte, waren an mehreren Stellen aufgeplatzt. Aus den Löchern im Panzer quoll eklig stinkender Glibber. Das Innere des Cockpits selbst glich einem Mixer voller Hackfleisch. Jemand hatte durch eines der Löcher eine Granate geworfen. In dem engen Gebilde waren die Auswirkungen katastrophal.

 

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