Preview am Sonntag (44)

Christian Endres - Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen - Front 12Immer sonntags stellen wir einen Auszug aus einem Roman online, der noch nicht erschienen ist. Wir weisen darauf hin, dass die Auszüge aus Manuskripten stammen, die unter Umständen noch nicht im Lektorat und auch noch nicht vorbestellbar sind.

Ende März erscheint der Roman „Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen“ von Christian Endres. Das Hardcover und das Paperback sind beim Verlag vorbestellbar, parallel wird eine eBook-Ausgabe erscheinen. Im November hatten wir hier der Prolog online gesetzt. Heute nun folgt der Auftakt des ersten Kapitels.

 

Der Meisterdetektiv gegen Magie und Moriarty.

In diesem London ist alles anders: Der Premierminister heißt James Moriarty, über der Stadt kreisen die Drachen der königlichen Luftwaffe, die Faerieboten zischen durch die Straßen, und im Untergrund treiben die Zwerge aus König Oberons Reich den Bau des Schienennetzes voran. Im East End meuchelt Jack the Ripper außerdem leichte Elfendamen, während seine Sympathisanten offen zur Gewalt gegen alle Feenländer aufrufen. Die Hauptstadt des Empires ist ein Pulverfass, und ausgerechnet jetzt wird das legendäre Königsmacherschwert Excalibur aus dem British Museum gestohlen! Sherlock Holmes und Dr. John Watson versuchen, die verzauberte Klinge zu finden, damit London zwischen Intrige und Verrat nicht noch tiefer im Chaos versinkt …

 

 

Als Sherlock Holmes und ich im Oktober des Jahres 1888 nach London zurückkehrten, waren wir felsenfest davon überzeugt, den brisantesten Fall dieses ereignisreichen Jahres und womöglich unserer gesamten Zusammenarbeit mehr oder minder erfolgreich überstanden zu haben. Schon bald sollte sich jedoch herausstellen, dass die später so berühmte Episode um die Geschehnisse im Dartmoor lediglich der Anfang eines unvergesslichen Jahresendspurts voller Dramen und Tragödien sein sollte, an dessen Ende London sogar seinem Untergang ins Auge blickte.

Doch ich eile den Ereignissen voraus.

Am Nachmittag des 8. November, da Holmes und ich am Esstisch beisammensaßen, auf dessen gestärktes weißes Tischtuch die fabelhafte Mrs. Hudson Tee, Sandwiches und Gebäck gestellt hatte, wussten wir noch nichts von den Schrecken, die vor uns und der Stadt lagen.

Holmes hatte sich hinter der dünnen Nachmittagsausgabe des Telegraph verschanzt, der er schon zwei oder drei Mal mit der allzeit bereitliegenden Schere zu Leibe gerückt war, um ein paar Schnipsel für sein Archiv zu sichern.

Als ich von meinen Notizen zum Fall des spurlos von einem Luftschiff verschwundenen Tenors aus Mailand aufsah, konnte ich ohne Mühe die Schlagzeilen der mir zugewandten Titelseite entziffern.

Wie es schien, hatte es in der Nacht wieder massive Ausschreitungen zwischen Feenländern und Jacks gegeben – mittlerweile waren alle größeren Londoner Zeitungen dazu übergegangen, die Sympathisanten des Rippers, die dessen Taten guthießen und selbst die gewaltsame Konfrontation mit Elfen, Zwergen, Trollen und anderen Einwanderern aus König Oberons Reich suchten, dem Vorbild der Times folgend so zu nennen.

Natürlich gehörte die größte Schlagzeile der Titelseite dennoch dem Vorbild der Jacks, das immer für neue Schreckensmeldungen oder neue Spekulationen gut war.

Ein anderer Artikel berichtete von einer Gruppe betrunkener Trolle, die sich am frühen Morgen mit ein paar bedauernswerten Beamten des Yards angelegt hatten.

»Was macht eigentlich Ihr Troll?«, fragte ich Holmes, da ich prompt an einen seiner aktuellen Fälle denken musste.

»Er ist nicht mein Troll, Watson«, erwiderte Holmes und legte die Zeitung bei Seite. »Aber wo Sie es schon erwähnen …« Der Detektiv blickte flüchtig auf seine Taschenuhr und verstaute sie sogleich wieder in der Westentasche. »Würden Sie gern der Auflösung dieses Falles beiwohnen, alter Knabe?«

Ich nahm bedächtig einen Schluck Tee. Beim Absetzen der Tasse antwortete ich:

»Wie könnte ich da widerstehen, Holmes?«

Tatsächlich interessierte es mich brennend, ob es meinem Freund wirklich gelingen sollte, den Täter zu überführen, der Mr. Willinghams stattlichen Leibwächter so übel zugerichtet hatte, dass dessen Durchkommen trotz seines harten Trollschädels noch immer nicht als sicher galt.

Mr. Willingham war ein exzentrischer Anwalt aus Knightsbridge, der sich auf Rechtsfälle spezialisiert hatte, in die Feenländer involviert waren – und Partei für diese ergriff. Vorgestern hatte der junge Jurist meinen Mitbewohner aufgesucht und um dessen Hilfe gebeten. Es käme nicht infrage, so Willingham empört, dass der Täter, der seinen Angestellten angegriffen hatte, ungeschoren davonkommen sollte, nur weil die Polizei sich nicht um die brutale Attacke auf einen Troll scherte, der nichts weiter getan hatte, als vor neun Jahren durch eines der Portale getreten zu sein. Ihm ginge es darum, so Willingham weiter, ein Exempel zu statuieren, und zwar für alle Seiten.

Das außerordentliche Gerechtigkeitsempfinden des ebenso ehrgeizigen wie entrüsteten Anwalts mit dem nicht minder außerordentlichen Familienvermögen im Rücken in allen Ehren, schien es mir allerdings selbst für den großen Sherlock Holmes eine schier unlösbare Aufgabe zu sein, dieser Tage eine einzelne Person auszumachen, die einem Feenländer gewaltsam zu Leibe gerückt war.

Es war, traurigerweise, die prominente Nadel im Heuhaufen.

Mein Freund liebte jedoch genau solche Herausforderungen, und so griffen wir nach unseren Wintermänteln, Lederhandschuhen, Hüten und Spazierstöcken und saßen kurz darauf in einer wendigen Droschke, deren Kutscher sich mit mutigen Manövern und lautem Geschimpfe durch den chronisch chaotischen Londoner Verkehr kämpfte.

»Wohin fahren wir?«, fragte ich Holmes.

»Nach Osten, Watson«, erwiderte der Detektiv, der gedankenverloren aus dem Fenster blickte, lakonisch.

Manchmal war Holmes’ Humor so schwarz wie das Gefieder der Raben auf dem Tower, die angeblich Augen und Ohren der Magier in Diensten der BMA waren, die nicht bloß über die Portale im Erdgeschoss, sondern auch über den Rest der Stadt wachten.

»Wohin genau, Holmes?«, versetzte ich laut, um den großen Growler zu übertönen, der mit seinen vier Rädern und genauso vielen Pferden gerade unser kleineres Gefährt überholte und seinem Namen alle Ehre und ferner einen Höllenlärm machte.

»Osten ist Ihnen nicht genau genug?« Holmes’ Lippen kräuselten sich zu einem dünnen Lächeln. »Whitechapel. Im Bloody Butcher gibt es ein paar aussichtsreiche Kandidaten, was die Täterschaft angeht. Ich bin mir sicher, dass wir dort fündig werden.«

»Wieso ausgerechnet dort? Hoffentlich nicht allein wegen des einladenden Namens.«

Holmes warf mir einen dieser Blicke zu. »Angesichts der Schwere der Verletzungen, die dem Opfer zugefügt wurden, ist davon auszugehen, dass die Tatwaffe einmal mehr Aufschluss über den Täter geben könnte«, dozierte mein Freund dann aber doch in seiner unvergleichlichen Art. »Deshalb besah ich mir persönlich die Wunden von Mr. Willinghams Leibwächter, die ohne Zweifel von einem Spitzhammer stammen. Willinghams Arzt Dr. Laurie – kennen Sie ihn? – ist ein guter Mediziner, aber er wird kaum die nötige Expertise für einen solchen Fall besitzen. Erinnern Sie sich noch an meine aufschlussreiche Testreihe mit den Kürbissen?«

Wie könnte ich das nicht! Holmes hatte seinerzeit ein ganzes Wochenende lang vier Dutzend Kürbisse mit allen nur erdenklichen Waffen, Werkzeugen und anderweitigen Gegenständen malträtiert, was zur Folge gehabt hatte, dass Mrs. Hudson sonst so abwechslungsreiche Küche bis zum Ende des Monats in orangefarbener Monotonie gefangen war.

»Die Gasse, in der Willinghams Schatten gefunden wurde«, erklärte Holmes unterdessen weiter, »liegt genau zwischen dem Butcher und einem Armenhaus, das seit Anfang vergangener Woche renoviert wird und unter anderem ein neues Dach bekommt. In den Zeitungen wurde sogar über die großzügige Spende von Lord Claremont berichtet, die diese dringend nötigen Baumaßnahmen ermöglicht hat. Da haben wir also schon mal unsere Tatwaffe.«

»Damit es wie ein Überfall von Zwergen und nicht wie das Werk von ein paar Jacks aussieht?«

Holmes seufzte genervt, wenn auch nicht wegen der Finesse des Rippers und seiner brutalen Anhängerschaft.

»Jetzt denken Sie wieder wie ein Schriftsteller. Der Täter war ein einfacher Arbeiter, Watson, kein kriminelles Genie. Und hätte es wirklich wie ein Übergriff von Zwergen aussehen sollen, wären die Wunden an den Beinen und im Unterleib des Opfers. Das Ganze war mit Sicherheit nicht geplant. Willinghams Leibwächter, der hier in der Nähe einen Botengang zu erledigen hatte, wird mit einem der Handwerker Streit bekommen haben. Gut denkbar, dass der Täter ein Jack ist, aber nicht von grundlegender Bedeutung. Eines kam zum anderen, der Mann verfolgte sein Opfer, und in der Gasse schwang er wie Thor seinen Hammer. In dieser Gasse wäre der Troll auch wie vom Blitz getroffen gestorben, hätte ihn nicht zufällig ein Constable gefunden, dem Herkunft und Rasse egal sind. Oder der noch ein paar Skrupel hat.« Holmes sah mich an. »Es war nicht schwer, sich verkleidet unter die Arbeiter auf der Baustelle zu mischen. In der kurzen Zeit, die ich gestern bei ihnen verbracht habe, bekam ich zwar kein Geständnis zu hören und auch mit Prahlereien hielten sie sich zurück – aber es genügte, um herauszufinden, wann die Männer täglich Feierabend machen und geschlossen den Butcher aufsuchen, der in höchstem Maße geeignet ist, um denjenigen zu überführen, der jemandem wegen seiner feenländischen Herkunft fast den Schädel eingeschlagen hat.«

Wir verspürten wohl beide einiges an Unbehagen ob dieser hässlichen Wahrheit über den moralischen Verfall und die wachsende Macht des Hasses in unserer Stadt, denn den Rest der Fahrt nach Whitechapel schwiegen wir.

Ich nutzte die Stille zwischen uns, um über die Situation in London nachzudenken, für welche die Gewalttat, die Holmes aufklären wollte, sinnbildlich stand.

Die Unruhen zwischen Briten und Feenländern waren schon vor unserer Abreise nach Devon das große Thema in den Schlagzeilen, im Parlament und auch sonst überall gewesen. Sie waren so allgegenwärtig und beharrlich wie der Londoner Nebel, der auch an diesem Tag an der Schwelle zum Winter durch die Straßen im kalten Herzen des Empires zog.

Es war demnach nicht weiter verwunderlich, dass sich die Lage während unserer Abwesenheit weiter zugespitzt hatte, da in den Tiefen des East Ends schon zu viele Elfendamen bestialisch ermordet worden waren, ohne dass Scotland Yard der Auflösung der Morde mit der blutigen Handschrift des Rippers auch nur einen Schritt näher gekommen wäre. Für die Feenländer, die sich in London aufhielten, musste es zuweilen wirklich so aussehen, als interessierte sich die hiesige Polizei keinen Deut für die Gefahr, in der sie alle schwebten, bedroht vom Ripper und denen, die unverhohlen zur Gewalt gegen alle aufriefen, die durch die Portale nach London gekommen waren.

Vielleicht sollte ich für die Leser der ausländischen Übersetzungen meiner Werke bei dieser Gelegenheit noch einmal ausführen, dass seit jeher vor allem Elfen und Zwerge in unsere Welt übergesiedelt sind, obwohl natürlich auch Trolle, Dryaden, Oger, Satyrn, Gnomen, Feen, Goblins und allerhand anderes Volk aus Oberons magischem Reich den Schritt in die für sie neue Welt gewagt haben, seit der Portal Act von 1810 verabschiedet worden ist.

Zwerge und Elfen waren seit dem Portalpakt jedoch mit Abstand am zahlreichsten, und längst wurden viele von ihnen hier in London geboren. Dies führte – genauso wie der illegitime Halbelfen-Sprössling des einen oder anderen Earls – zu anhaltenden Debatten über die Frage der Staatsbürgerschaft eines in London geborenen Kindes mit mindestens einem feenländischen Elternteil.

Letztlich haben sich neben den Zwergen und den Elfen nur noch die Faerie – die Feen, wie sie im Volksmund heißen – in die hiesige Gesellschaft einfügen können. Während die Elfen in erster Linie als Schauspieler oder Musiker und der Liebeskunst willen geschätzt wurden und die meisten Zwerge als unermüdliche Arbeiter am Ausbau des Gleisnetzes unter der Stadt schufteten, hatten sich die Faerie in der Nachrichtenübermittlung eingerichtet und damit eine für sie passende Lücke im geschäftigen Londoner Alltag gefunden. Selten größer als eine Kinderhand, schwirrten sie mit ihren halbtransparenten Flügeln durch die ganze Stadt, um Nachrichten zu übermitteln, womit sie für die Telegrafenunternehmen eine ernsthafte Konkurrenz darstellten. Selbst Holmes griff des Öfteren auf die geflügelten Boten mit ihren scheinbar direkt aus dem Spielzimmerbestand eines Puppenhauses stammenden Umhängetaschen zurück, wenn er innerhalb der Stadtgrenzen auf schnellstem Weg eine kurze Nachricht übermitteln wollte, ohne sich auf technische Verbindungen verlassen zu müssen, die ironischerweise aufgrund der magischen Auren der vielen Feenländer in unserer fortschrittlichen Stadt zugleich immer häufiger temporären Störungen unterlagen und Ausfallzeiten anhäuften.

Von diesen drei Fraktionen abgesehen, hatte sich keine Gruppe oder Gemeinschaft aus Feenland im ebenso komplexen wie komplizierten Gefüge des Londoner Lebens etablieren können.

Im Gegenteil. In Wahrheit hatte der beständige Zuwachs an Einwohnern nur noch mehr Probleme geschaffen, besonders für den Osten der Stadt.

Zynische Menschen würden an dieser Stelle zudem sicherlich darauf verweisen, dass speziell die Eingliederung der Zwerge auch nur deshalb so problemlos geklappt hatte, da das kleine Volk allzeit schwer und zumeist unter Tage plackte – und darüber hinaus auch noch auf Kosten der Trolle vonstattengegangen war.

Was uns wieder zu Holmes’ aktuellem Fall und dem Angriff auf den Troll in Diensten von Mr. Willingham bringt.

Ursprünglich hatte man nämlich gehofft, auch die kräftigen Gebirgsbewohner aus Feenland zum Bau des unterirdischen Schienennetzes einsetzen zu können, dem Lieblingsprojekt der ganzen Stadt, sah man einmal von den Eisenbahngesellschaften und Fuhrunternehmen sowie den Pionieren der Dampfwagen ab. Doch so, wie viele Zwergenclans untereinander zerstritten waren und nur an separaten Streckenabschnitten unter der Stadt eingesetzt werden konnten, waren alle Zwerge und Trolle einander Spinnefeind und hatten diese erbitterte Feindschaft – diese Tradition – aus ihrer Heimat mit nach London gebracht. Gerade als man sich an die Arbeitswut und -kraft der Zwerge gewöhnt hatte, machten diese im plötzlich gegen einen gemeinsamen Feind vereinten Kollektiv mit ein paar Streiks deutlich, dass sie niemals mit Trollen zusammenarbeiten würden. Da die Trolle, die selbst über kein Schriftsystem verfügen, sich beim Erlernen der englischen Sprache äußerst schwer taten, entschied man, lieber ganz auf die fleißigen Zwerge zu setzen und die Trolle vielleicht nicht zum Teufel, aber doch von den Baustellen zu jagen.

Damit verdammte man sie zu einem Leben in Armut. Die wenigsten von ihnen fanden eine Anstellung wie Mr. Willinghams Beschützer. Wenn überhaupt, dann fungierten Trolle eher als Leibwächter für einen Zuhälter oder den Besitzer einer Opiumhöhle. Andere verdingten sich vielleicht noch als Schläger und Türsteher in Londons Unterwelt. Der Großteil lebte fortan jedoch einfach unter den zahlreichen Brücken der Stadt oder in der Kanalisation, meist nur von Abfall, Katzen, Hunden und kleinerem Getier.

Wieder zurück in die Heimat gingen die wenigsten. Trolle blicken nur selten zurück – und wenn sie doch einmal nach vorn sahen, war das nicht immer besser.

Vor zwei Jahren hatten ein paar Londoner Trolle auf Biegen und Brechen ihrem Schicksal in Armut entfliehen wollen und sich zu einer Bande zusammengetan, die den Nordosten terrorisierte. Die äußerst brutalen Überfälle auf Droschken und Passanten hatten für großes Aufsehen und große Empörung gesorgt. Erst als Scotland Yard eine Spezialeinheit gegründet hatte, die entsprechend ausgestattet gegen die urbanen Wegelagerer vorgegangen war, und in der Folge zahlreiche Trollbanditen mit umgebauten Elefantenbüchsen getötet worden waren, hatte sich die Lage zumindest oberflächlich vorerst wieder beruhigt und waren die Trolle ohne Ambition in die Schatten zurückgekehrt.

Angriffe auf sie waren aufgrund ihrer Statur trotz allem Abscheu und aller Verachtung relativ selten. Viel öfter hörte man da schon von Elfen und Zwergen, die mit Menschen aneinandergerieten. Wenn genügend Alkohol floss, hatte es sich vielerorts schnell genug mit dem friedlichen Miteinander erledigt. Schierer Futterneid führte indes dazu, dass elfische und menschliche Schauspieler und erst recht menschliche und elfische Prostituierte einander aus tiefstem Herzen verabscheuten.

Auch zwischen Londons Droschkenfahrern und den Feen gab es reichlich böses Blut, da die geflügelten Boten keine Vorfahrt respektierten und jedes Pferd scheu machten, wenn sie unmittelbar vor seinen Nüstern umherzischten; und so mancher Dampfwagenfahrer lag nicht nur mit seinen traditionell eingestellten Kutscherkollegen im Clinch, sondern hatte sich bei voller Geschwindigkeit bereits mit fatalen Folgen verlenkt, wenn einer der unermüdlich hierhin und dorthin flatternden Faerieboten vor seiner Schutzbrille herumgeschwirrt war.

Es hat mich außerdem noch nie besonders stolz gemacht, wenn Hunde, Ratten, Füchse oder verzweifelte Männer in den Gruben der Spelunken am Hafen aufeinandergehetzt wurden, doch war es geradezu widerwärtig, die Hunde nun gegen Kobolde, Goblins, Zwerge oder sogar Feen antreten zu lassen, denen man die Flügel abgeschnitten hatte.

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